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Der Zwilling neben mir

Zwei Okapis schauen in die Kamera

Der Zwilling neben mir

"Ich stehe heute wieder neben mir", wer hat das nicht irgendwann schon mal gesagt?
Das muss gar nichts negatives sein :-) Im NLP spricht man von assoziiert und dissoziiert.
Klingt wichtig, ist aber ganz einfach und ist die Basis für sehr wirkungsvolle Methoden. Sei es bei der Bearbeitung von Stress- und Angstsituationen wie auch z.B. bei der Stärkung des Selbstvertrauens und der Motivation.

Viele Sachen, die wir uns erstmal nicht zutrauen, könnten wir einfacher erledigen, wenn wir wüssten, dass wir es könnten. Klingt einfach, oder? :-)

Dazu ein Beispiel aus der eigenen Familie:
Mein Sohn hatte in der Schule Fahrradprüfung. Er kann ganz gut Fahrrad fahren.
Nur mit dem Handzeichen klappte es nicht so gut. Einhändig fahren war nicht so sein Ding.
Er traute sich nur für 2-3 Meter Fahrweg, die Hand eine Handbreit vom Lenker zu nehmen. Das reichte noch nicht als Handzeichen.
Da er das Radfahren beherrschte, war das Fahren mit ausgestrecktem Arm der einzige Knackpunkt. Auch nach 30 Minuten Üben wollte es noch nicht klappen.

Dann habe ich eine sogenannte See-Win Übung auf der Basis von dissoziierten und assoziierten Bildern mit ihm gemacht. Dauer ca. 4-5 Minuten.
Rauf auf das Rad, Arm raus, und er radelte den gesamten Schulhof mit ausgestrecktem Arm. Einfach so :-)

Was ist denn nun dissoziiert und assoziiert?
Wir nehmen unsere Welt assoziiert war. Das heißt, aus unserer Sicht heraus. Mit unseren eigenen Augen gesehen.
Wenn wir in Gedanken aus unserem Körper heraustreten und uns vorstellen, wir würden quasi "neben uns" stehen, dann betrachten wir uns aus einer dissoziierten Position.
Da nun eine gewisse Distanz zwischen Körper und Geist vorhanden ist, nehmen wir viele Gefühle des Körpers nicht mehr so intensiv wahr. Das machen sich Heiler seit vielen Zeiten zunutze. Sie lassen ihre Kranken aus ihrem Körper heraustreten und reduzieren damit akute Schmerzen und auch Schmerzen bei Operationen.

Das Dumme ist nun: Die meisten Menschen erleben negative Erlebnisse rückblickend assoziiert und die positiven Erlebnisse dissoziiert wahr.
Das ist nicht so klasse, weil wir im dissoziierten Zustand weniger Kontakt zu unseren Gefühlen und Wahrnehmungen haben.
Das bedeutet, dass die negativen Erinnerungen meistens stärker an Emotionen gebunden sind als die positiven. So ist es nicht verwunderlich, dass ich auf die Frage in Teamcoachings: „Was können Sie besonders gut, wo liegen ihre Stärken?“ deutlich weniger spontane Antworten bekomme als auf die Frage: „Was können Sie nicht so gut? Wo liegen Ihre Defizite?“
Das ist doch total blöd, oder? Wir erinnern uns an schlechte Erlebnisse besser als an gute?

Das wollen wir gemeinsam ändern ;-)


Dazu eine Übung:

Mache es dir bequem. Sitzen, liegen, stehen, alles ist erlaubt. Nur bequem sollte es sein :-)
Atme dreimal tief ein und aus. Achte dabei auf die ein- und ausströmende Luft.
Wie sie sich kühl und frisch anfühlt beim Einatmen. Wie sie angewärmt und mit höherer Feuchte den Körper wieder verlässt.
Beim Einatmen stell dir vor, du atmest Entspannung ein, und beim Ausatmen verlässt jede Anspannung den Körper.
Gerne kannst du auch beim Ausatmen ein entspanntes „Haaaaa“ tönen lassen.

Nun kannst du gerne die Augen schließen und dir vorstellen, wie deine Umgebung gerade aussieht. Lasse die Augen dabei geschlossen.
Sieh dir alles ganz genau an!
Wenn du alles betrachtet hast, stell dir nun vor, wie du deinen Körper verlässt und in Richtung Decke schwebst. Betrachte dich einmal von dort oben selber. Wie du da sitzt, liegst oder stehst, mit geschlossenen Augen, ganz entspannt, ruhig atmend.
Wenn du magst, kannst du ja einmal die Position an der Decke ändern.
Schweb mal rechts oben in die Ecke. Beobachte dich weiterhin dabei.
Schweb mal in eine Zimmerecke hinter dich. Beobachte dich von oben hinten.
Sieh dir genau an, wie du da bist und sich dein Brustbereich durch das Atmen ganz wenig bewegt.
Beobachte dich genau! Deine Haare, deine Ohren, wo liegen deine Hände? Welche Position haben deine Füße?

Nach einiger Zeit kehrst du langsam wieder in deinen Körper zurück.

Atme drei mal tief ein und aus und öffne die Augen!

Denk noch einmal an das Erlebte zurück. Wie hat es sich angefühlt?

Du kannst mit etwas Übung diese Methode noch erweitern:
Nachdem du dich etwas im Raum aufgehalten hast, kannst du in Gedanken den Raum verlassen und in einen anderen Raum schweben und dort unterschiedliche Dinge tun, z.B. ein Buch lesen oder fernsehen.
Mit der Zeit kannst du diese Übung zum Dissoziieren sehr gut nutzen, um z.B. beim Zahnarzt deutlich weniger bis gar keine Schmerzen mehr zu spüren :-)
Es funktioniert!

Was man damit noch machen kann, dazu später mehr.

Viel Spaß beim Üben!

Liebe Grüße
Dein Udo

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